Prisma

Prävention und Intervention bei Menschenhandel zum Zweck sexueller Ausbeutung

Aus Multidisziplinärer und Institutionsübergreifender Perspektive

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Tagungen, Workshops und Präsentationen


  • September 2017

    Hilfe und Strafverfolgung bei Zwangsprostitution: Schulung für Soziale Arbeit, Justiz und Polizei

    Bei Menschenhandel zum Zweck der sexuellen Ausbeutung handelt es sich um ein Verbrechen, bei dem die Opfer hohen körperlichen und seelischen Belastungen ausgesetzt sind, die zu schweren psychischen Traumatisierungen führen können. Die Strafverfolgung wird für die Behörden zusätzlich erschwert, indem die Opfer durch Netzwerke der organisierten Kriminalität Gewalt(-androhungen) erhalten und teilweise mit massiven Einschüchterungen von ihren Aussagen abgehalten werden. Die Bekämpfung der Zwangsprostitution kann auf verschiedenen Ebenen verbessert werden. Bei der Strafverfolgung gilt es unter anderem, der Polizei effizientere Instrumente für den Schutz von Minderjährigen an die Hand zu geben. Gleichzeitig muss die Hilfe und Beratung für alle Betroffenen fachlich kompetent und sensibel gestaltet sein sowie auf individuelle Bedürfnisse eingehen können.

    In dem deutsch-österreichischen Verbundprojekt Prävention und Intervention zum Zweck sexueller Ausbeutung – kurz PRIMSA – haben sich in den vergangenen drei Jahren Praktiker/innen und Wissenschaftler/innen aus verschiedenen Fachrichtungen unter Koordination der Universität Vechta mit der Herausforderung der Zwangsprostitution beschäftigt. Die Forschungspartner haben sich zum Ziel gesetzt, praxisnahe Lösungen zu entwickeln, damit Behörden, Soziale Arbeit und Justiz gleichermaßen dabei unterstützt werden, dem (organisierten) Menschenhandel und hier insbesondere der Zwangsprostitution entgegenzutreten. Gefördert wird das Projekt in der Richtlinie Zivile Sicherheit – Schutz vor organisierter Kriminalität auf deutscher Seite vom Bundesforschungsministerium (BMBF) und auf österreichischer Seite im Sicherheitsforschungsförderprogramm KIRAS vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technik. Den Rahmen bildet das deutsche Programm „Forschung für die zivile Sicherheit“ (www.sifo.de).

    Um (straf-)rechtliche Wege gegen Zwangsprostitution und bestmögliche Hilfe für die Betroffenen umfassend zu erforschen, hat der Projektverbund Praktiker und Forschende zusammengeführt. Aus der Praxis wurden unter anderem rechtliche, soziale und polizeiliche Perspektiven in die Forschung aufgenommen. Zudem haben im Verbund von Beginn an Vertreterinnen und Vertreter verschiedener wissenschaftlicher Fachrichtungen zusammengearbeitet. So wurde das Phänomen der Zwangsprostitution in den Disziplinen Rechtswissenschaften, Soziale Arbeit, Kriminologie, Psychologie und Technologie untersucht. Mit diesem interdisziplinären Vorgehen konnten umfassende und innovative Lösungsansätze erarbeitet werden.

    Zu den Ergebnissen gehören unter anderem ein aktuelles, berufsgruppenübergreifendes Schulungskonzept für die psychosoziale Beratung für Gesundheits-, Ausländer- und Jugendämter, Polizei und Justiz. Darüber hinaus haben die Forschungspartner mit dem Einsatz neuer Technologien auch eine weitere Herausforderung gelöst: Um die Minderjährigkeit von Betroffenen festzustellen, benötigte die Polizei bisher einen richterlichen Beschluss für eine Röntgenaufnahme der Handknochen. In Zukunft kann die Polizei, ähnlich wie mit dem Atem-Alkoholtester, mit einem nicht-invasiven Ultraschallgerät vor Ort sofort die Minderjährigkeit von jungen Frauen am Handknochen auch ohne richterlichen Beschluss bestimmen. Wenn sich auf diese Weise ein Anfangsverdacht bestätigt, können die Jugendlichen direkt aus der Zwangsprostitution befreit werden. Sind die Betroffenen volljährig, können zusätzlich kompakte und praktikable Angebote für einen Ausstieg gemacht werden.

    Auf der Abschlusstagung am 08. September in Hannover kommt der Forschungsverbund zusammen, um einer interessierten (Fach-)Öffentlichkeit die Ergebnisse des Projekts vorzustellen und zu diskutieren.

    Weitere Informationen zum Programm der öffentlichen Abschlusstagung sowie zur Anmeldung finden Sie im oberen Kasten auf dieser Seite.

    Ansprechpartnerin:
    Mascha Körner, wissenschaftliche Mitarbeiterin, Universität Vechta,
    Tel.: +49 4441 15-718, E-Mail: mascha.koerner@uni-vechta.de

  • Juni 2017

    Am 23.06.2017 findet ein nationales Treffen der deutschen Verbundpartner*innen in Homburg statt.

  • Mai 2017

    Am 04.05.2017 findet ein nationales Treffen der österreichischen Verbundpartner*innen in Wien statt.

  • April 2017

    Am 07.04.2017 findet ein nationales Treffen der deutschen Verbundpartner*innen in St. Ingbert statt (Termin vom 30.03.2017 verlegt).

  • Februar 2017

    Am 03.02.2017 findet ein nationales Treffen der deutschen Verbundpartner*innen in Hannover statt.

  • Oktober 2016

    Am 07.10.2016 fand ein Treffen aller PRIMSA-Verbundpartner*innen an der Eberhard Karls Universität in Tübingen statt.

  • April 2016

    Am 22.04.2016 fand PRIMSA-Verbundpartner*innentreffen im Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen in Hannover statt.

  • April 2016

    Vom 11.-13.04.2016 fand das BMBF Innovationsforum „Zivile Sicherheit“ in Berlin statt.

  • Oktober 2015

    Am 19.10.2015 fand das Meilensteintreffen des Projekts unter der Beteiligung aller Projektpartner*innen in Wien statt.

  • Mai 2015

    Vom 07.-08.05.2015 fand der Fachdialog Sicherheitsforschung (SiFo) zum Thema „Grenzenlose Sicherheit? – Gesellschaftliche Dimensionen der Sicherheitsforschung“ in Berlin statt. Link

  • Februar 2015

    Vom 18.-19.02.2015 fand die Auftaktveranstaltung zum Forschungsprogramm „Zivile Sicherheit“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in Düsseldorf statt, bei der das PRIMSA Projekt als Förderprojekt vorgestellt wurde.

  • Januar 2015

    Am 22.01.2015 fand das bilaterale PRIMSA-Kick-Off Meeting in Krems mit der österreichischen Verbundleitung der Donau-Universität Krems als Gastgeber statt.

  • November 2014

    Am 14.11.2014 fand das erste innerdeutsche PRIMSA-Kick-Off-Meeting an der deutschen Universität Vechta statt. Link zum PDF

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